Vor ungefähr 15 Jahren bekam ich von meinem Onkel das erste Grundgerüst eines Stammbaumes meiner Vorfahren aus Zellingen. Dieser erstellte in einem Schulprojekt einen Stammbaum der Linie Graus mit bereits über 100 Personen, der bis in das Jahr 1660 zurückreichte. Als Grundlage diente meinem Onkel ein Arierpass aus dem Jahr 1941.

Durch diesen Stammbaum war mein Interesse an meinen Vorfahren geweckt. Bis mich der Virus "Ahnenforschung" aber so richtig befiel, vergingen noch einige Jahre. Je weiter ich durch meinen Beruf von meinem Geburtsort Zellingen entfernt war, um so größer war mein  Interesse, mehr über meine Vorfahren zu erfahren.

Bei einem ersten Besuch im Diözesanarchiv in Würzburg wurde mir schnell klar, dass ich ohne Kenntnisse der Sütterlischrift und zumindest einiger Grundkenntnisse im Kirchenlatein nicht weiter kommen würde. Durch Kopien aus den Kirchenbüchern, erlernte ich die Schrift soweit, dass ich mit der Ahnenforschug beginnen konnte. Auch das in der Schule so verhasste Latein machte plötzlich wesentlich mehr Spaß, und schon bald hatte ich mir die Berufe, Verwandtschaftsgrade und was man sonst so an Kirchenlatein braucht, beigebracht, um die Urkunden im Archiv lesen zu können.

 

Ältestes schriftliches Dokument der Linie Graus: Heiratsurkunde des Hanß Grauß mit der Margaretha Weiße. Die Heirat fand in Freudenberg 1639 "auf Faßnacht" statt. (26.02.1639)

 

Bald hatte ich den Stammbaum meines Onkels erweitert und machte mich auf die Suche nach einem Ahnenprogramm, um die langsam unübersichtlichen Datenmengen besser verwalten zu können. Im Bereich der Ahnenforschung gibt es eine unzählige Auswahl an mehr oder weniger teuren Programmen. Nachdem ich einige dieser Programme in Demoversionen getestet hatte, entschied ich mich für das Programm "Ahnenblatt" - ein kostenloses Programm, das im Vergleich zu anderen bestimmt nicht mit der Fülle an Funktionen und Möglichkeiten mithalten kann, mir aber durch seinen übersichtlichen Aufbau und der einfachen Handhabung sofort sympathisch war.

Nach mittlerweile unzähligen Besuchen im Archiv und vielen geopferten Urlaubstagen war ich gerade bei der für mich so interessanten Linie Graus an einem toten Punkt angelangt. Ich fand zwar heraus, dass die Familie Graus nicht aus Zellingen stammte, konnte aber keinen Hinweis finden, woher diese kamen. Deshalb holte ich mir Hilfe bei einer Berufsgenealogin der es gelang, durch einen Taufpaten in der Linie Graus, die fehlende Lücke zu schließen. Mittlerweile kann man die Linie Graus bis in den Ort Freudenberg und in das Jahr 1603 zurückverfolgen.

Langsam war es an der Zeit, sich neben der Linie Graus auch mit der Linie Oberndörfer zu beschäftigen. Die Suche nach den Oberndörfers gestaltete sich jedoch erheblich schwieriger, da mein Vater in Zwodau, im Sudetenland, geboren worden war. Die Kirchenbücher von Zwodau lagern im Staatsarchiv in Pilsen. Ein Besuch im Staatsarchiv ist zwar nach Anmeldung ohne Probleme möglich, da meine Urlaubstage jedoch auch begrenzt sind, entschied ich mich, die Genealogin Marcela Fremrova um Hilfe zu bitten. Frau Marcela Fremrova suchte im Staatsarchiv Pilsen sämtliche für mich interssanten Unterlagen heraus und kopierte diese. Obwohl es bei der Suche nach den Oberndörfers wesentlich langsamer vorwärts geht, sind im Laufe der Jahre auch bei dieser Linie schon einige Infomationen zusammengekommen.

Ich finde das Schöne an der Ahnenforschung ist, dass man nie fertig wird. Immer wieder finden sich neue Vorfahren, Orte oder auch Berufe, mit denen man seinen Stammbaum weiterführen kann und die reinen Fakten seiner Vorfahren mit "Leben" füllt.

Ich wünsche allen Besuchern dieser Homepage viel Spass beim Stöbern und würde mich freuen, wenn ich mit dieser Seite anderen bei ihren Forschungen weiter helfen kann. Genauso hoffe ich natürlich, dass der Eine oder Andere Informationen für mich hat, die mir helfen, meinen Stammbaum zu erweitern.

Bedanken möchte ich mich bei meinem Bruder, der diese Homepage erst möglich gemacht hat. Ahnenforschung zu betreiben ist die eine Seite, die Informationen anderen übersichtlich zugänglich zu machen eine andere. Mein Bruder hat viele Tagen an der Homepage herumgetüfftelt und diese so zusammengestellt, wie ich sie mir vorgestellt hatte.

Danke Thomas!